Der ehemalige Jazz- und Rockmusiker Duncan Bowen hat sich nach seinem Solo-Debüt "Snakes and Ladders" mit seinem zweiten Album "Songs to a precious world" erneut dem anspruchsvollen Pop gewidmet. Der in England geborene und jetzt in Stuttgart lebende Sänger, Songwriter und Gitarrist, der sich auch als Textdichter einen Namen gemacht hat und dabei unter anderem schon für die Werbeabteilung von Fiat, Daimler-Chrysler oder Coca-Cola lyrisch tätig war, stellt auf seiner neuen CD dreizehn Songs vor, die sehr viel autobiographisches von ihm preisgeben. Dabei geht es um Träume, Enttäuschungen, Ansichten, Erfahrungen und natürlich um die Liebe. Die gehört schon seit Jahren seiner Ehefrau Jozy, die sogar als Backgroundsängerin und Teil der Duncan Bowen-Band auf der Scheibe zu hören ist. Zur Gruppe zählen ausserdem der Schlgzeuger und Percussionist Andreas Pastorek und der Keyboarder und Loop-Advisor Jürgen T. Fälchle. Weitere Mitwirkende: Uwe Felchle (Baß), Ralf Gaukel (Didgeridoo) und Bernd Waldheim (Sax). Als Produzent und Arrangeur war wiederum, wie schon auf "Snakes and Ladders", Marc Hirte im Studio. Was einem beim Anhören der CD als erstes auffällt, ist die Art und Weise, mit der Bowen seine Songs vorträgt. Er ist einer der Sänger, die Gefühle und Neigungen einzig durch ihre Stimme ausdrücken können und deren Gesang sich sofort wohltuend in den Gehörgängen festkrallt - eine unverzichtbare Voraussetzung für einen, der Popmusik nicht als einfache Unterhaltung verstanden haben will, sondern ihr sowohl textlich als auch musikalisch einen gewissen Anspruch verleiht. Wenn Bowen Lieder macht, beschränkt er sich, ähnlich wie einst John Lennon, auf das Notwendigste, verzichtet auf überflüssigen Firlefanz, der die Produktion nur unnötig aufblähen würde, und stellt die Melodie in den Mittelpunkt. Dies wird besonders deutlich in seinen eher balladenhaften Songs wie "(All those) Crying Dumbbells" oder "For Jozefin". Dabei ist Duncan Bowen aber kein musikalischer Schwerenöter, wie er unter anderem in munteren Popsongs wie "One More Day" oder "On The Trails Of Faith & Wisdom" immer wieder beweist. Mit seiner gekonnten Mischung aus nachdenklichen Mollstücken und lebensbejahenden, happy Dur-Songs leistet er einen wichtigen Beitrag zur Neubelebung der durch sterile Billig-Produktionen und musikalisch nichtssagende Melodien in Mißkredit geratene Welt der populären Musik.
8 kostbare Punkte.

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